Lass los!
- infolebensereignis
- vor 1 Tag
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«Wer Altes loslässt, hat die Hände frei für Neues.»
(modernes geflügeltes Wort und kein klassisches Zitat eines einzelnen historischen Autors)

Toscana / Follonica 2026
Hast du gewusst? Loslassen ist nicht nur das Gegenteil von Festhalten. Als Kraft- und Mutmachwort ist es vielmehr ein Zeichen von Vertrauen. Vertrauen darauf, dass nicht alles, was wir loslassen, verloren ist. Dass manches gehen darf, weil es seinen Platz in unserem Leben bereits hatte. Und dass wir nicht immer wissen müssen, was als Nächstes kommt, um einen Schritt weiterzugehen.
Mein Mutmachwort für den September heisst: «Loslassen» – und es soll grundsätzlich nicht nach Abschied oder Verlust klingen, sondern eine liebevolle Einladung sein, sich selbst wieder etwas mehr Raum zu geben.
Denn manchmal halten wir an etwas fest, obwohl wir längst spüren, dass es Zeit wäre, loszulassen.
An Gedanken, die uns nicht guttun. An Erwartungen, die wir an uns selbst stellen. An Dingen, die einmal richtig waren, aber heute nicht mehr zu uns passen. An Menschen, Situationen oder Vorstellungen davon, wie etwas sein sollte.
Loslassen bedeutet nicht aufgeben.
Es bedeutet: nicht mehr festhalten, was sich verändern möchte.
Vielleicht dürfen wir in diesem September einmal ganz bewusst unsere Hände öffnen.
Für das, was gehen möchte. Für das, was leichter werden darf. Und für all das Neue, das vielleicht erst dann Platz findet.
Denn manchmal beginnt Neues nicht damit, dass wir etwas festhalten – sondern damit, dass wir den Mut haben, es loszulassen.
Unser ganzes Leben besteht aus Loslassen. Kinder werden selbstständig, Menschen verändern sich, Arbeitsstellen gehen zu Ende, Gewohnheiten wandeln sich. Dinge, die einmal richtig für uns waren, passen irgendwann vielleicht nicht mehr zu unserem Leben.
Daher mein Kraft- und Mutmachwort für diesen September: LOS LASSEN
Wir sind zurzeit in der Toscana. Ich liebe das Meer, die Weite, den Horizont, der scheinbar kein Ende kennt. Und ich glaube, hier kann ich dem Wort «Loslassen» noch einmal ganz anders begegnen.
Denn wenn ich aufs Meer schaue, denke ich:
Das Meer hält nichts fest.
Eine Welle kommt. Eine Welle geht.
Das Wasser bewegt sich, verändert sich, zieht sich zurück und kommt wieder.
Und vielleicht dürfen wir uns manchmal genau daran erinnern:
Nicht alles muss festgehalten werden.
Nicht jeder Gedanke. Nicht jede Erwartung. Nicht jede Vorstellung davon, wie etwas sein sollte. Nicht jede Sorge darüber, was kommt.
Loslassen kann bedeuten, die Hände ein wenig zu öffnen. Den Kampf aufzugeben. Vertrauen zuzulassen. Und anzunehmen, dass wir nicht alles kontrollieren können.
Aber Loslassen ist nicht immer leicht. Und manchmal können wir es uns auch nicht aussuchen.
Vor den Ferien durfte ich noch ein Trauergespräch führen. Und dort wurde mir wieder ganz deutlich bewusst, dass Loslassen manchmal auch überhaupt nichts Leichtes, Befreiendes oder Freiwilliges ist.
Wenn wir einen geliebten Menschen verlieren, müssen wir loslassen, obwohl unser Herz ihn eigentlich festhalten möchte.
Aber wir lassen nicht den Menschen los.
Nicht die Liebe. Nicht die gemeinsamen Erinnerungen.
Wir müssen vielmehr lernen, die gemeinsame Zeit loszulassen – und mit dem weiterzuleben, was bleibt.
Manches Loslassen können wir wählen. Manches wird uns abverlangt. Und beides darf schwer sein.
Vielleicht ist das die schmerzhafteste Form des Loslassens: zu akzeptieren, dass etwas nicht mehr so sein wird, wie es einmal war. Und trotzdem irgendwann wieder den Blick nach vorne zu richten.
Vielleicht hilft dabei das Bild des Meeres.
Seine Weite erinnert daran, dass Loslassen nicht bedeutet, dass etwas bedeutungslos wird. Es bedeutet nicht, dass wir vergessen.
Und es bedeutet schon gar nicht, dass wir nicht mehr lieben.
Manchmal bedeutet Loslassen einfach, etwas nicht länger gegen das Unvermeidliche festhalten zu müssen.
Und vielleicht entsteht genau dort, wo wir etwas aus der Hand geben, wieder ein wenig Raum.
Raum zum Atmen. Raum für neue Gedanken. Raum für Veränderung. Raum für das Leben.
Mein Tipp
für dich
Nimm dir in diesem September einmal ganz bewusst ein paar Minuten Zeit und frage dich:
Was halte ich gerade fest, obwohl es mir nicht mehr guttut?
Vielleicht ist es ein Gedanke, eine Erwartung, eine alte Gewohnheit oder etwas, das du längst nicht mehr verändern kannst.
Schreib es auf. Und dann frage dich:
Was würde leichter werden, wenn ich es ein kleines Stück loslasse?
Du musst nicht alles auf einmal loslassen. Manchmal reicht es, die Hände nur ein wenig zu öffnen.
Also: Lass los!



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