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Kraft- und Mutmachwort August: Respekt

  • infolebensereignis
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Respekt – ein kleines Wort mit grosser Wirkung.


Hast du gewusst? Das Wort Respekt stammt vom lateinischen respectus. Es geht zurück auf das Verb specere – schauen, betrachten – und bedeutete ursprünglich „zurückschauen“ oder „mit Aufmerksamkeit hinsehen“. Daraus entwickelte sich die heutige Bedeutung: einen Menschen oder eine Sache bewusst wahrnehmen, achten und wertschätzen.


Im August möchte ich mich von diesem Wort begleiten lassen: Respekt.


Respekt ist eine Grundlage jeder demokratischen Gesellschaft. Denn Demokratie lebt davon, dass Menschen einander zuhören, unterschiedliche Meinungen aushalten und immer die Würde des anderen achten. Wo Respekt verloren geht, gerät auch das demokratische Miteinander unter Druck.


Respekt trägt aber nicht nur unsere Demokratie. Er trägt auch unsere Beziehungen – zu den Menschen, zur Natur und zu uns selbst.


Respekt bedeutet für mich, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Meinung, ihrer Stellung oder ihren Aufgaben. Jeder Mensch besitzt die gleiche Würde. Sie ist nicht an Leistung, Macht oder Ansehen gebunden.


Dabei frage ich mich: Was gibt mir eigentlich das Recht, andere respektlos zu behandeln? Machen mich meine Position, meine Verantwortung oder meine Ämter zu einem wichtigeren Menschen? Wohl kaum. Denn Verantwortung sollte nicht zu Überheblichkeit führen, sondern zu mehr Demut und Achtsamkeit im Umgang miteinander.


Wenn ich auf das Weltgeschehen blicke, scheint Respekt vielerorts verloren zu gehen. Gerade auf höchster politischer und gesellschaftlicher Ebene erleben wir immer wieder einen respektlosen, abwertenden und verletzenden Umgangston. Worte werden zu Waffen, Gegensätze verhärten sich und die Würde des anderen gerät aus dem Blick.


Besonders betroffen sind Menschen, die wegen ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder ihrer Überzeugungen herabgewürdigt werden. Viele Frauen erleben bis heute Respektlosigkeit gegenüber ihrem Körper, ihrer Würde und ihrer Persönlichkeit.


Respektlosigkeit zeigt sich besonders dort, wo Macht vorhanden ist. Doch wer Verantwortung trägt, hat nicht das Recht, andere herabzusetzen, sondern die Aufgabe, Vorbild zu sein. Das gilt nicht nur für Politik oder Wirtschaft, sondern ebenso im Alltag, in der Familie, am Arbeitsplatz und überall dort, wo Menschen Verantwortung füreinander tragen. Denn wahre Grösse zeigt sich nicht darin, andere klein zu machen, sondern ihnen mit Würde und auf Augenhöhe zu begegnen.


Besonders deutlich zeigt sich das auch in den sozialen Medien. Die scheinbare Anonymität des Internets verleitet viele dazu, Dinge zu schreiben, die sie einem Menschen von Angesicht zu Angesicht niemals sagen würden. Schnell wird verurteilt, beleidigt oder herabgesetzt. Hinter jedem Profil steht jedoch ein Mensch – mit Gefühlen, Hoffnungen und Verletzlichkeit. Gerade dort, wo der persönliche Blickkontakt fehlt, braucht es vielleicht noch mehr Respekt als im direkten Miteinander.


Ist Respekt ein verlorener Wert in unserer Gesellschaft? Ich glaube nicht. Vielleicht ist er vielmehr ein Wert, den wir jeden Tag neu leben und einüben müssen – im Kleinen wie im Grossen.

Denn Respekt beginnt nicht bei den anderen. Er beginnt bei mir: in der Art, wie ich denke, spreche und handle. Und er zeigt sich auch darin, wie ich mit mir selbst umgehe – indem ich meine eigenen Grenzen achte, mir Fehler zugestehe und mir dieselbe Wertschätzung entgegenbringe, die ich anderen wünsche.


Als Christin glaube ich, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist. Darin liegt seine unverlierbare Würde. Diese Würde hängt weder von Leistung noch von Herkunft, Meinung oder Ansehen ab. Sie ist Geschenk Gottes.


Vielleicht beginnt Respekt genau dort: Wo ich den anderen nicht zuerst beurteile, sondern wirklich anschaue. Wo ich hinter einer Meinung, einem Kommentar oder einer Rolle wieder den Menschen erkenne – und darin etwas von Gottes Ebenbild entdecke.


Ein respektvoller Umgang mit Mensch und Natur verändert die Welt nicht auf einen Schlag. Aber er verändert Begegnungen. Und jede Begegnung kann ein Anfang sein.




TIPP:

Mein Kraft- und Mutmachwort für den August ist eine Einladung:

Wie möchte ich anderen begegnen – und wie möchte ich selbst behandelt werden?


Eine Frage, die jede und jeder für sich beantworten kann und die gleichzeitig vieles in unserer Gesellschaft verändern könnte.

 
 
 

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© 2024 Lebensereignisse, Cornelia Haller

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