Kraft- und Mutmachwort April «aufstehen»
- infolebensereignis
- 31. März
- 3 Min. Lesezeit
Vom Mut, hinzusehen – und nicht mehr zu schweigen

„Hast du gewusst, dass Ostern mehr ist als ein leeres Grab?“
Ostern steht vor der Tür.
In den christlichen Kirchen wird die Auferstehung von Jesus Christus gefeiert.
Die Texte der Bibel erzählen von einem leeren Grab. Von Leinentüchern, die zurückbleiben.
Und von Menschen, die Worte suchen für etwas, das kaum zu begreifen ist.
Auferstehung.
Ein grosses Wort.
Und doch geschieht es jeden Tag. Auch jetzt. Direkt vor unseren Augen.
Die Natur fragt nicht. Sie tut es einfach.
Nach dem Winter.
Nach der Kälte.
Nach dem Stillstand.
Ein erster Trieb durchbricht die Erde. Zart. Verletzlich. Und doch voller Kraft.
Ein Aufstehen, das niemand ankündigt – und das doch alles verändert.
Und wir Menschen?
Wir leben in einer Zeit, in der vieles sichtbar wird, was lange im Verborgenen lag.
Geschichten von Frauen, die nicht gehört wurden. Nicht ernst genommen. Und nicht geschützt.
Geschichten, die erschüttern. Weil sie zeigen, wie tief gewisse Muster noch immer verwurzelt sind.
Ich merke, wie mich diese Geschichten nicht loslassen und mich bewegen.
Aufstehen bedeutet hier mehr als persönlicher Mut.
Es bedeutet, hinzusehen. Strukturen zu hinterfragen. Worte zu finden, wo lange Schweigen war.
Und nicht mehr zu akzeptieren, was „schon immer so war“.
Was lange leise war, bekommt endlich eine Stimme. Und das ist kein Zufall.
Es ist ein Aufbrechen.
Ungerechtigkeit zeigt sich selten laut. Aber sie lebt im Alltag.
In Fragen, die Frauen gestellt werden – und Männern kaum:
Planst du Kinder?
Wie vereinbarst du Beruf und Familie?
Wer kümmert sich, wenn dein Kind krank ist?
Sie zeigt sich im Kleinen. Im Alltäglichen. Und auch in Zahlen.
In Löhnen, die nicht gleich sind. In Chancen, die ungleich verteilt bleiben.
Nicht spektakulär. Aber wirksam.
Aufstehen, sich erheben, braucht Mut.
Es bedeutet, hinzusehen. Zu benennen.
Denn Veränderung beginnt selten dort, wo es bequem ist.
Die Natur erinnert uns daran: Wachstum ist kein sanfter Prozess.
Es drückt. Es bricht auf. Es verändert.
Und genau darin liegt seine Kraft.
Vielleicht ist „Aufstehen“ in diesem Frühling nicht nur ein leises Wieder-Erwachen.
Sondern auch ein Sich-Erheben. Ein Sich-Zeigen. Ein Raum-Einnehmen.
Nicht gegeneinander.
Sondern miteinander.
Und füreinander.
Und vielleicht führt uns Ostern genau dorthin zurück:
Zu diesem uralten Bild vom leeren Grab.
Zu der Erfahrung, dass nach der Dunkelheit neues Leben möglich ist.
Dass das, was wie ein Ende wirkt, nicht das letzte Wort hat.
Die Natur lebt es uns vor. Still. Und doch unaufhaltsam.
Vielleicht ist Aufstehen genau das: Ein inneres Aufrichten.
Ein Erinnern an die eigene Würde. An die eigene Stimme. An die eigene Kraft.
Und vielleicht dürfen wir uns fragen:
Was ist meine Rolle in dieser Zeit?
Wo schaue ich hin?
Wo höre ich zu?
Wo spreche ich – oder schweige ich noch?
Aufstehen muss nicht laut sein. Aber es darf klar sein.
Vielleicht beginnt es genau dort:
in einem ehrlichen Hinschauen, in einem kleinen Schritt, in einem Moment, in dem wir nicht mehr wegsehen.
Und vielleicht liegt darin die leise Kraft von Ostern:
Dass Leben sich immer wieder seinen Weg sucht.
Dass Licht auch durch Risse fällt.
Frohe Auferstehungs- und Ostertage!
TIPP:
Welches Kraft-, oder Mutmachwort würdest du im April wählen? Und warum?
Schreib mir. Ich freue mich.
Oder vielleicht magst du dich auch anschliessen und dich mit mir gemeinsam auf den Weg machen...
Ich betrachte mein Kraft- und Mutmachwort jeweils morgens und abends kurz.
Schreibe mir per E-Mail info.lebensereignisse@gmail.com, falls du informiert werden möchtest, wenn ein neuer Blogartikel erscheint. Gerne nehme ich auch Anregungen entgegen.



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