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Zwischenraum oder Zwischentöne im Januar

  • infolebensereignis
  • 20. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Jan.


Hast du gewusst, dass der Januar in der Natur keine Zeit des Aufbruchs ist – sondern des Wartens?

Während wir uns für das neue Jahr allerlei Vorsätze vornehmen, geschieht draussen etwas ganz anderes.

Die Natur hat sich zurückgezogen.

Bäume stehen still.

Samen ruhen unter der Erde.

Tiere sparen Kraft.

Die Natur arbeitet im Januar nicht.

Sie wartet.

Und vielleicht liegt genau darin auch eine stille Form von Hoffnung.


Nachdem ich geplant habe, monatlich mit einem anderen Kraft-, oder Mutmachwort durch das Jahr zu gehen und meine Gedanken dazu mit euch zu teilen, geht mir bereits nach zwei Wochen wieder vieles durch den Kopf.

Et voilà – ein paar Impulse mitten im Monat der Hoffnung.

Gedacht als Zwischenraum. Oder als Zwischentöne.

 

Mit dem ersten Schnee legte sich ein Mantel der Stille über unsere Landschaft. Die Tage sind kürzer, die Nächte länger, und die Natur scheint innezuhalten. Pflanzen stoppen ihr Wachstum. Tiere reduzieren ihre Aktivität. Diese Phase, die wir Menschen oft als träge empfinden, ist aber für viele Tiere eine überlebenswichtige Strategie: Winterschlaf, Winterruhe oder Winterstarre. Rückzug als Schutz. Stillstand als Kraftquelle.


Doch während die Natur im Winter in einen tiefen Ruhe- und Energiesparmodus geht –– widersetzt sich der Mensch diesem Rhythmus oft. Zwar begleitet von erhöhter Müdigkeit, aber dennoch überzeugt davon, dass der Januar ein Startschuss sein muss.

Ich spüre diese Spannung auch bei mir selbst – ein inneres Gedrängtsein zum Handeln, trotz der Müdigkeit.


Wir fassen Vorsätze wie:

Alkoholfreier oder fleischfreier Januar.

Kleiderschränke ausmisten.

Keller räumen.

Mehr Bewegung. Mehr Licht. Mehr soziale Kontakte.

 

All das kann sinnvoll sein. Und doch entziehen wir uns damit oft dem natürlichen Takt. Denn die Natur zeigt uns etwas anderes: sie zeigt uns die Notwendigkeit des Innehaltens. Die Bedeutung von Regeneration für ein ausgewogenes Leben – auch wenn wir selbst nicht in den Winterschlaf fallen können.

 

Auch wir Menschen könnten von der Natur lernen und eigentlich wäre es auch wichtig, mit oder im Kreis der Natur zu leben. Viele Naturvölker wussten um diese Zyklen. Sie unterschieden Zeiten des Handelns von Zeiten des Wartens, Zeiten des Sammelns von Zeiten des Ruhens. Der Winter war kein Mangel, sondern eine Phase der Sammlung – körperlich wie seelisch.

 

Denn nicht alles, was wächst, beginnt mit Aktion.

Manches beginnt mit Ruhe.

 

Das ist kein Aufruf zur Trägheit, sondern zur Ehrlichkeit. Müdigkeit im Januar ist kein persönliches Versagen. Sie ist oft ein Echo der Jahreszeit.

 

So heisst im Winter mit dem Kreis der Natur zu leben vielleicht:

langsamer zu werden,

sich mehr Schlaf zu erlauben,

nicht alles sofort zu entscheiden,

Pläne reifen zu lassen,

zuerst einmal innerlich Ordnung zu schaffen

und mehr Ruhezeiten einzubauen.

 

Hoffnung im Januar ist nicht laut, sie zeigt sich jetzt vielleicht im Aushalten. Im Vertrauen darauf, dass Wachstum nicht sichtbar sein muss, um vorbereitet zu sein.

Dass Müdigkeit kein Zeichen von Schwäche ist, sondern Teil eines natürlichen Rhythmus.

 

Vielleicht ist Hoffnung gerade jetzt auch die leise Gewissheit:

Ich darf ruhen – und trotzdem wird es weitergehen.

 

Wachstum beginnt nicht immer mit Aktivität.

Manches braucht zuerst Stille.

 


Und vielleicht ist das die Einladung dieses Januars:

Was darf bei dir noch ruhen,

damit es zur rechten Zeit seine Kraft entfalten kann?


Schreibe mir per E-Mail info.lebensereignisse@gmail.com, falls du informiert werden möchtest, wenn ein neuer Blogartikel erscheint. Gerne nehme ich auch Anregungen entgegen.


 
 
 

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